Erection-AII-Risks (EAR)

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Eine Erection-AII-Risks-Versicherung (EAR-Versicherung) bezeichnet eine Montageversicherung, welche zu den ältesten technischen Versicherungen gehört. Sie bietet einen umfassenden Schutz bei unvorhergesehenen Schäden durch Montagevorgänge an Maschinen, wobei die Zielgruppen Hersteller, Lieferanten sowie Montageunternehmen von Maschinen und technischen Anlagen aller Art sind. Dementsprechend ist eine EAR-Versicherung sehr individuell auf bestimmte Montagevorgänge konzipiert. Die Versicherungsdauer kann zwischen wenigen Tagen bis hin zu mehreren Jahren wie in etwa beim Brückenbau reichen. Um einen potenziellen Schadenfall auf mehrere Schultern zu verteilen, werden größere Versicherungsvorhaben in der Regel von mehreren Versicherern getragen. Versichert sind grundlegend alle Schäden, welche während des Montagevorgangs entstehen. Der Schutz erstreckt sich gewöhnlich auf die beteiligten Haupt- sowie auch auf etwaige Subunternehmer. Bestandteil der Police sind Leistungen wie Montage, Demontage und Remontage inklusive Probeläufe der betroffenen Anlage. Versicherbare Geräte sind Neu- und Gebrauchtgeräte, Reserveteile sowie die damit verbundenen technischen Anlagen. Im Normalfall umfasst der Leistungsumfang Beschädigung oder gar Zerstörung des Materials durch Bedien- und Montagefehler, Konstruktions- Guss-, Material- oder Werkstattfehler, Beschädigung oder Zerstörung durch Brand, Blitzschlag oder Explosion, Verlust oder Diebstahl von Material sowie höhere Gewalt. Meist wird bei Abschluss einer Montageversicherung auch eine Selbstbeteiligung vereinbart, wodurch die Kosten für den Versicherungsnehmer in Grenzen gehalten werden können. Bei kleineren Vorhaben liegt diese bei durchschnittlich 250 Euro je Schadenfall, bei größeren Aufträgen kann sie jedoch im sechsstelligen Bereich liegen. Je nach Situation gibt es zwei Leistungsmöglichkeiten: Bei einem Totalschaden wird die gesamte Versicherungssumme ausgezahlt, wobei der Materialwert und der Wert aller erforderlichen Leistungen berücksichtigt werden. Bei einer Teilbeschädigung werden die Kosten zur Instandsetzung des Gerätes oder Materials übernommen. Die häufigste Versicherungsform bei kleineren Montagetätigkeiten ist der Einzelvertrag. Für Montagedienstleister kann eine Generalversicherung interessant sein, welche jede Montagetätigkeit automatisch versichert sowie eine Umsatzpolice, die jährlich abgerechnet wird und sich am Montagevolumen orientiert. General- und Umsatzpolicen sind dabei meist etwas günstiger als Einzelpolicen. Während bei den meisten Versicherungsarten der genaue Haftungszeitraum für den Risikoschutz feststeht, unterliegt dieser bei einer Erection-All-Risks Schwankungen, weil teilweise der genaue Beginn der Auftragsleistung nicht feststeht oder es leicht zu Verzögerungen bei der Montageleistung kommen kann. Der Versicherungsbeginn kann gegebenenfalls von der Meldung oder dem Zeitpunkt des Entladens der Teile am Montageort abhängig gemacht werden und das Ende bei der Abnahme durch den Auftraggeber. Kommt es zu wesentlichen Verzögerungen während der Montageabschnitte, so kann die Montageversicherung auf bestimmte Zeit ausgesetzt werden. Allerdings besteht in diesem Zeitraum dann auch kein Versicherungsschutz.

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