Mezzanine-Kapital

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Mezzanine-Kapital ist der Oberbegriff für alle Finanzierungsinstrumente, die ein Mix aus Eigenkapital und Fremdkapital sind. Ein Mezzanin (von ital. mezzo = halb) ist ein Zwischengeschoss eines mehrstöckigen Hauses – so wie das Mezzanine-Kapital bilanziell ein Zwischenelement von Eigen- und Fremdkapital ist. Charakteristisch für solche Finanzierungsformen ist vor allem, dass Investoren regelmäßig höhere Renditen bekommen, die beinahe genauso hoch sind wie die der Eigenkapitalgeber. Dafür ist die Nachrangigkeit gegenüber Fremdkapital ein weiteres Merkmal. Ein Nachrangdarlehen wird im Insolvenzfall erst nach den Fremdkapitalgläubigern bedient. Mezzanine-Gläubiger haften also ähnlich wie Eigenkapitalgeber. Deswegen wird Mezzanine-Kapital häufig auch als „wirtschaftliches Eigenkapital” bezeichnet. Es ist trotzdem nicht mit Eigenkapital gleichzustellen, da Mezzanine-Kapitalgeber keine Stimm- oder Einflussnahmerechte hinsichtlich des operativen Geschäfts haben wie die echten Gesellschafter, sondern im Wesentlichen Informationsansprüche und Kontrollmöglichkeiten. Besonders für mittelständische Unternehmen kann dies sehr wichtig sein, da sie sich so finanzieren können, ohne zusammen mit den Stimmrechten auch das „Zepter aus der Hand zu geben” und die Stimmrechte der anderen Gesellschafter zu verwässern. Außerdem steht das Mezzanine-Kapital einer Gesellschaft im Gegensatz zum Eigenkapital in der Regel nur für eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung und muss anschließend zurückgezahlt werden. Diese Rückzahlungsverpflichtung gibt es beim Eigenkapital nicht.

Zu den Mezzanine-Finanzierungsformen zählen beispielsweise:

  • Genussscheine / Genussrechte
  • Nachrangdarlehen
  • Partiarisches Darlehen
  • Typisch stille Beteiligung
  • Atypisch stille Beteiligung

Wozu dient Mezzanine?

Mezzanine-Darlehen kommen außer bei der Unternehmensfinanzierung insbesondere bei Immobilienprojekten zum Einsatz. Sie erfüllen dann einen wesentlichen Zweck, den sonst nur Eigenkapital leisten kann: eine verbesserte Kreditfähigkeit und ein erweiterter unternehmerischer Handlungsspielraum. Zudem verlangen Banken aufgrund rechtlicher und regulatorischer Vorgaben sowie zur Risiko-Optimierung eine bestimmte Eigenkapitalquote, bevor sie den Immobiliengesellschaften Darlehen gewähren. Sie stellen damit in der Regel nur etwa 70 % des benötigten Kapitals zur Verfügung. Das Mezzanine-Kapital ist nützlich, um die günstige Finanzierung durch eine Bank zu erhalten. Deshalb arbeiten Immobiliengesellschaften oft mit Dritten zusammen, sodass häufig verschiedene Investoren an den Projekten beteiligt sind. Außerdem ist die Immobiliengesellschaft weniger abhängig von der Bank, wenn sie zusätzlich eine andere Finanzierungsform in Anspruch nimmt.

Wer sind die größten Mezzanine-Kapitalgeber?

Bisher gehörte das Spielfeld allein den Großinvestoren. Bei Projektentwicklungen sind laut dem FAP Mezzanine Report 2015 die größten Kapitalgeber Family Offices (36 %) und Fonds (34 %), es folgen Investment-Companies (13 %), Privat-Banken (13 %) und Versicherungen (4 %). Nur sie konnten die großen Summen im sechs- bis siebenstelligen Bereich aufbringen, um in den Markt einzusteigen und die hohen Renditen einzuheimsen. Kleinanleger waren bisher davon ausgeschlossen. Dabei ist laut dem Mezzanine Report vor allem bei der Projektentwicklung eine weitere Steigerung der Nachfrage nach Kapital zu erwarten. Der systemische Wandel des Finanzierungsmarktes sowie das weiterhin existente Niedrigzinsumfeld sprechen dafür.

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